Ich brauche einen Wagen
Heute mache ich es kurz. So gesehen eine kleine Bestandsaufnahme alltäglicher Sorgen und Nöte, die manch eine/r nicht versteht. Zuerst die Sorgen und Nöte anderer.
In
Niedersachsen wird Kandidaten der bösen Partei verboten, sich für die,
im Herbst 2026 stattfindenden Regionalwahlen aufstellen zu lassen. Das
entscheiden Personen der guten Parteien und mit Hinweis auf Ermittlungen
des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Ein V-Schutz, der von sich behauptete, ANTIFA zu sein. Nun ja, in ihrer Demokratie ist dieses
Verhalten nachvollziehbar. Womöglich könnten sonst nicht wenige
politische Würdenträger und Amtspersonen nicht nur Posten und Ämter verlieren, würden sie an Macht und Einfluss einbüßen. Hier könnte ein vorsichtiger Blick Richtung Stade zu einem mutmaßlichen, sechsfachen Mörder nicht nur bei seinen beiden Fluchthelfern und deren, nennen wir sie, Hintermänner Sorgen und Nöte aufkommen lassen. Auch wenn sich der wütende Vater just nach Ablauf einer einwöchigen, 24-Stunden-Videoüberwachung in seiner Zelle erhängt haben soll und daher kaum noch etwas zum Gemetzel wird aussagen können.
Überhaupt. Ihre Demokratie ist einfach wunderbar. Philipp Amthor, Nina Warken und Carsten Linnemann erhielten am heutigen Tage vom besten Kanzler aller Zeiten Ministerposten. Insbesondere für den kleinen Philipp freut es mich sehr. Er bekommt, erst 33 Jahre jung, das Amt des Staatsministers für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt. Niemand wäre besser geeignet.
Kommen wir nun zu meinen Angelegenheiten. Ich brauche einen Wagen! Ein Auto mit TÜV, das fährt und Platz für den Transport von Gartengeräten, einiges an Werkzeug und mindestens zwei Bierkisten hat. Am liebsten wäre mir ein, mindestens zwanzig Jahre alter, kleiner Pick-up-Golf. Ein Auto ohne großen Schnickschnack, Elektronik-Piep-Piep und Computerüberwachung des Fahrers. EU-Verordnet mich, auf all meinen Wegen zu überwachen. Pardon. Zu schützen. Leider sind die derzeit angebotenen Fahrzeuge für mich arme Wurst preislich unerschwinglich. Darum meine Bitte ans Universum, bzw., falls hier jemand zufällig mitlesen sollte und einen solchen Wagen ungenutzt in der Scheune herumstehen hat, gar loswerden will: BITTE MELDE DICH!
Anfang
der Woche hatte ich meinen alten, seit drei Monaten abgemeldeten Wagen, einen zwanzig Jahre alten Ford Fiesta, im Netz angeboten. Bis September hat er noch TÜV. Aber er ist nicht mehr fahrbereit, weil
Achsenbruch. Für 350 Euro sollte er vom Hof humpeln. Innerhalb weniger Stunden stapelten sich die
Anfragen. Ich erhielt Angebote von 1.150 bis 550 Euro. Die meisten
dieser Anfragen klangen recht unseriös. Fast bekam ich es mit der Angst. Wer waren all diese vielen Menschen? Meinen sie es ernst? Wollen die mich verarschen? Was geschieht mir mir, wenn ich mich auf das 1.150 Euro Angebot einlasse? Bevor mir alles zuviel wurde klingelte es an der Haustür.
Ein
weiterer
Interessent. Ob ich den Wagen verkaufen würde. Er wäre zufällig
vorbeigekommen. Ob das nun stimmte oder nicht, Josef, so sein Name, kam
aus Armenien und war interessiert. Handelte mich auf 300 Euro runter.
Ich gab ihm meine Telefonnummer, dann Handschlag und
gut. Er würde die nächsten Tage kommen. Mit einem Autohänger und vorher telefonisch Bescheid geben. Kurz
darauf nahm ich das Inserat raus. Heute, drei Tage später, warte ich, schon ein klein wenig nervös geworden, noch immer auf den Anruf.
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